BREKO Marktanalyse 2026: Der Ausbau wächst, die Kosten wachsen mit

Glasfaserausbau in deutschland

Der BREKO Bundesverband Breitbandkommunikation hat seine Marktanalyse 2026 veröffentlicht. Datenerhebung und Auswertung lagen bei der IW Consult, Grundlage ist eine Befragung der im BREKO organisierten Netzbetreiber, ergänzt um Sekundärdaten unter anderem der Bundesnetzagentur.

Wir haben die Studie mit Blick auf die Projektpraxis gelesen und die Zahlen zusammengestellt, die für Planung, Bau und Dokumentation von Ausbauprojekten relevant sind. Alle Angaben mit Seitenverweis auf die Originalstudie.


1. Die Ausbauquote steigt aber die Anschlussquote hinkt hinterher

Ende Juni 2026 liegt die Glasfaserausbauquote bei 62,0 Prozent. Das entspricht 28,7 Millionen Homes Passed (S. 11). Ein Jahr zuvor waren es 52,8 Prozent.

Auch bei den tatsächlichen Anschlüssen setzt sich das Wachstum fort: Die Glasfaseranschlussquote liegt bei 29,8 Prozent, was 13,8 Millionen „Homes Connected“ entspricht (S. 12). Ein Jahr zuvor waren es 27,3 Prozent.

Innerhalb eines Jahres kamen damit 4,4 Millionen Homes Passed und 1,2 Millionen Homes Connected hinzu (S. 14). Die Take-Up-Rate bleibt mit 27 Prozent hingegen stabil (S. 13).

Bis Ende 2030 erwartet die Studie – je nach Szenario – eine Ausbauquote zwischen 84,1 und 89,5 Prozent (S. 11). Für die Anschlussquote werden 40,4 bis 53,7 Prozent prognostiziert (S. 12).

2. Der Hausstich ist die teuerste Ausbaustufe

Die Studie weist die durchschnittlichen Nettokosten je Ausbaustufe im eigenwirtschaftlichen Ausbau aus (S. 22):

AusbaustufeMedianQ1–Q3
Homes Passed1.498 € / Anschluss1.185–1.925 €
Homes Connected / Hausstich1.950 € / Anschluss1.575–2.500 €
Ausbau im Gebäude (NE4)440 € / Wohneinheit363–550 €

Die Spannen sind in allen drei Stufen erheblich: Beim Hausstich liegt das obere Quartil rund 59 Prozent über dem unteren, bei Homes Passed rund 62 Prozent.

3. Drei von vier Unternehmen melden steigende Tiefbaukosten

Auf die Frage, wie sich einzelne Kostenbestandteile in den vergangenen drei Jahren entwickelt haben, antworteten die befragten Netzbetreiber (S. 23, n = 109–113):

  • Tiefbaukosten: rund 75 Prozent gestiegen (52,2 % leicht, 23,0 % stark)
  • Arbeitskosten: 77,0 Prozent gestiegen
  • Materialkosten: 75,6 Prozent gestiegen
  • Finanzierungskosten: 68,9 Prozent gestiegen
  • Planungs- und Genehmigungskosten: 47,8 Prozent unverändert.

Planung und Genehmigung sind damit die einzige Kategorie, in der die Mehrheit der Befragten keine Verteuerung aufweist.

4. Kooperation ist der Normalfall

Fast 90 Prozent der befragten Netzbetreiber kooperieren beim Ausbau, Betrieb und der Vermarktung von FTTB/H-Netzen (S. 24). 36,2 Prozent arbeiten mit zwei bis fünf Partnern, 27,6 Prozent mit sechs bis 25, weitere 6,9 Prozent mit mehr als 25.

Wenn Kooperationen nicht zustande kommen, liegt das laut Befragung an (S. 26):

  • fehlender Nachfrage potenzieller Partner (45,1 %)
  • unterschiedlichen strategischen Zielen (43,1 %)
  • unklarer Wirtschaftlichkeit (43,1 %)
  • operativen und technischen Gründen (37,3 %)

Zwischen Abschluss einer Kooperationsvereinbarung und Vermarktungsstart vergehen bei 40,4 Prozent der Befragten sieben bis zwölf Monate, bei einem Viertel 13 Monate oder mehr (S. 25, n = 52).

5. Investitionsklima und Fördermittel

Die befragten Netzbetreiber bewerten ihre Geschäftslage positiv (Saldo +26,8) und erwarten auch für die kommenden sechs Monate eine positive Entwicklung (+15,8). Die Investitionsbedingungen bewerten sie dagegen negativ: aktuell −21,0, für die kommenden sechs Monate −5,1 (S. 8, n = 175–183).

Die Gesamtinvestitionen in Breitband-Netzinfrastrukturen lagen 2025 bei 15,3 Milliarden Euro, davon 9,8 Milliarden bei den Wettbewerbern, nach 10,2 Milliarden im Vorjahr (S. 15).

Aus dem Breitbandförderprogramm des Bundes stehen seit 2016 21,0 Milliarden Euro an Bundesfördermitteln zur Verfügung; inklusive Länderanteil und kommunalem Eigenanteil beträgt das Gesamtvolumen rund 40 Milliarden Euro. Endgültig bewilligt sind 9,9 Milliarden, ausgezahlt wurden bislang 7,4 Milliarden Euro (rund 35 Prozent). Von den endgültig bewilligten Mitteln entfallen 6,2 Milliarden auf BREKO-Netzbetreiber (S. 44, Stand August 2026).


Was das zeigt

Der Ausbau kommt voran, aber die Kosten der Ausführung steigen. Die Ausbauquote hat um mehr als neun Prozentpunkte zugelegt (S. 11), während drei von vier Unternehmen höhere Tiefbau-, Material- und Arbeitskosten melden (S. 23) und die Investitionsbedingungen negativ bewertet werden (S. 8). Der Anstieg wird bei den ausführungsnahen Kosten wesentlich häufiger gemeldet.

Zwischen verfügbarem Netz und fertigem Anschluss steht ein wachsender Bestand. 28,7 Millionen Homes Passed stehen 13,8 Millionen Homes Connected gegenüber (S. 11, 12), und der absolute Abstand hat sich im Jahresvergleich vergrößert (S. 14). Die noch ausstehenden Anschlüsse liegen in der Ausbaustufe, die je Anschluss am teuersten ist (S. 22).

Ausbauprojekte sind oft Gemeinschaftsprojekte. Fast 90 Prozent der Netzbetreiber kooperieren, viele davon mit einer zweistelligen Zahl von Partnern (S. 24). Gleichzeitig nennt mehr als ein Drittel operative oder technische Gründe, wenn Kooperationen scheitern, und über 40 Prozent eine unklare Wirtschaftlichkeit (S. 26).


Wie Gridbit an diesen Themen ansetzt

Gridbit ist unsere Software für das Bauprojektmanagement im Glasfaserausbau. Sie setzt bei der Frage an, die sich aus den drei Punkten oben ergibt: Wie behalten alle Beteiligten denselben Blick auf ein Projekt?

Gridbit bildet Bauabschnitte und die zugehörigen Arbeitspakete strukturiert ab, sodass Fortschritt und Status je Abschnitt im laufenden Projekt sichtbar sind. Die Baudokumentation (Fotos, Protokolle und 3D-Scans) entsteht über die mobile App direkt im Feld und ohne Zusatzhardware. Für den Ausbau im Gebäude bildet Gridbit die Netzebene 4 inklusive Wohnungslagen ab. Datenmodell, Rollen und Workflows sind konfigurierbar, sodass auch externe Partner im selben Projektstand arbeiten können. Entwickelt und gehostet wird in Deutschland.

Ob und in welchem Umfang sich daraus Einsparungen ergeben, hängt vom einzelnen Projekt ab, dazu trifft weder die Studie noch dieser Beitrag eine Aussage.


Quellen und Hinweise

Alle Seitenangaben beziehen sich auf: BREKO Marktanalyse 2026, herausgegeben vom BREKO Bundesverband Breitbandkommunikation e. V., Datenerhebung und Analyse durch IW Consult.

Ewald, Johannes / Goecke, Henry / Heyer, Felix, 2026, BREKO Marktanalyse 2026, Gutachten der IW Consult im Auftrag des BREKO Bundesverband Breitbandkommunikation e.V., Köln.

Die Marktanalyse ist über den Verband abrufbar: brekoverband.de/aktuelles/breko-marktanalyse.

Betterbits ist Mitglied im BREKO Bundesverband Breitbandkommunikation e. V.